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23.4021 12. September 2024 · Nationalrat

„Asylsuchende in Chiasso. Das Militär soll zur Unterstützung der Polizei und der Grenzwache eingesetzt werden, um die Sicherheit der Einwohnerinnen und Einwohner wiederherzustellen“

Eingereichter Text

Der Bundesrat wird beauftragt, dringlich ein Sicherheitsdispositiv zur Unterstützung des Kantons Tessin zu schaffen. Dieses soll in Abstimmung mit dem Kanton Tessin, dem Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) und den lokalen Behörden umgesetzt werden und die folgenden Ziele haben:

Um diese Ziele zu erreichen, soll der Bundesrat das Militär einsetzen. Bei Bedarf kann er das Sicherheitsdispositiv auf andere Regionen in der Schweiz ausdehnen.

Begründung

In den ersten acht Monaten dieses Jahres sind in Italien etwa 125 000 Migrantinnen und Migranten angekommen. Diese enorme Menge brachte die verschiedenen Hotspots in Italien, wo die vielen Asylsuchenden hätten registriert werden sollen, an den Anschlag. Ihre Aufgabe erfüllen diese Stellen jedenfalls nicht oder nur teilweise, eben aufgrund der überbordenden Zahlen, und sie lassen die Asylsuchenden einfach in den Norden, in Richtung Schweiz, weiterziehen. Im Dezember 2022 hat die italienische Regierung einseitig das Dubliner Übereinkommen vorläufig ausgesetzt und verweigert der Schweiz seither die Rückführung von Migrantinnen und Migranten, die in den Zuständigkeitsbereich von Italien fallen. Unser Land hat ein offensichtliches Problem der öffentlichen Sicherheit und die Anzahl an Asylsuchenden ist auch von uns nicht mehr zu bewältigen. Im Mendrisiotto und insbesondere in der Gemeinde Chiasso haben sich die Fälle von Gewalt und die Diebstähle mehr als verdoppelt, und die Zahl der Asylsuchenden in den Empfangszentren ist mehr als doppelt so hoch wie ursprünglich bewilligt. Diese Situation hat eine klare Reaktion der Bevölkerung ausgelöst, die um ihre Sicherheit fürchtet.

Alle hoffen auf eine europäische Lösung, viele wünschen sich eine Revision des Dubliner Übereinkommens, und viele sind der Meinung, es sei notwendig, dafür zu sorgen, dass weniger Menschen von Nordafrika her kommen. Ansonsten würde diese Situation immer weiter andauern. Es ist daher wichtig, der Bevölkerung unmittelbare und konkrete Antworten zu liefern, indem versucht wird, den illegalen Einreisen entgegenzuwirken, die Abläufe zu beschleunigen und Chiasso, dem Südtor der Migration in die Schweiz, mehr Sicherheit zu bringen.

Stellungnahme des Bundesrates

Der Bundesrat erachtet den strafrechtlichen Rahmen auf Bundes- und Kantonsebene derzeit als ausreichend, da er unterschiedslos auf alle anwendbar ist.

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.

Quelle: OData-Geschäftsdaten des Parlaments (Geschäft auf parlament.ch ↗).